Die Fach­welt ist sich einig: Bat­te­rie­elek­tri­sche Autos sind über ihre gesam­te Lebens­dau­er deut­lich weni­ger kli­ma­schäd­lich als ihre Ver­bren­ner-Pen­dants. Die Reich­wei­ten der Bat­te­rien wer­den immer grö­ßer, ihre Halt­bar­keit immer län­ger. 

Erst ver­ein­zelt, in den letz­ten bei­den Mona­ten aber qua­si in einer „kon­zer­tier­ten Akti­on” kom­men ver­schie­de­ne Prot­ago­nis­ten um die Ecke, die das Gegen­teil behaup­ten. Da sind plötz­lich Die­sel­au­tos emmis­si­ons­är­mer als Elek­tro­au­tos, wahl­wei­se ist auch syn­the­ti­scher Kraft­stoff das All­heil­mit­tel.

Was ist da los? Und vor allem: Wel­chem Zweck dient das?

Wei­ter­le­sen

Egal ob Wirt­schafts­ver­tre­ter, Popu­lis­ten oder angeb­li­che Institute/​ThinkTanks: Kli­ma­wan­del­leug­ner (bezie­hungs­wei­se Kli­ma­wan­del­skep­ti­ker) fin­den sich in allen drei genann­ten Grup­pen. Ent­we­der wird der men­schen­ge­mach­te Anteil am Kli­ma­wan­del kom­plett ver­leug­net oder min­des­tens ange­zwei­felt.
Wann und wie hat das eigent­lich Ein­zug in die fos­si­le Brenn­stoff­in­dus­trie gehal­ten?

Nur wer die Ver­gan­gen­heit kennt, hat eine Zukunft”

–Wil­helm von Hum­bold, 1767–1835

Ein Comic gibt die Antwort

Alex­and­re Magnin und Dr. Ben­ja­min Fran­ta sind die­ser Fra­ge nach­ge­gan­gen – und beant­wor­ten sie auf unter­halt­sa­me Wei­se!

Alex­and­re Magnin ist Nach­hal­tig­keits­be­ra­ter, Illus­tra­tor und You­tuber.
Ben Fran­ta hat an der Stan­ford Uni­ver­si­tät in ange­wand­ter Phy­sik pro­mo­viert. Sei­ne For­schung kon­zen­triert sich auf die Geschich­te der Kli­ma­wis­sen­schaft, Kli­ma­l­eug­nung und die Pro­du­zen­ten fos­si­ler Brenn­stof­fe.

Gemein­sam erzäh­len die bei­den die Geschich­te des orga­ni­sier­ten Leug­nens des men­schen­ge­mach­ten Anteils am Kli­ma­wan­del, die in der US-ame­ri­ka­ni­schen Ölin­dus­trie ihren Anfang nahm.
Inhalt­lich kann man das alles nach­le­sen (zum Bei­spiel in die­sem Blog-Bei­trag) oder auch als Doku­men­tar­film anschau­en (Ori­gi­nal mit dt. Unter­ti­teln). Alex und Ben haben die Form eines Comics  gewählt (hier geht's zum Ori­gi­nal). Was ist der Sinn dahin­ter?

Ein hollywoodreifer Plot

Inhalt­lich geht es um skru­pel­lo­se Lob­by­is­ten, die seriö­se For­scher dif­fa­mie­ren und gezielt Falsch­in­for­ma­tio­nen in lan­cier­ten Medi­en­kam­pa­gnen glo­bal ver­brei­ten – also mehr oder weni­ger ein hol­ly­woo­drei­fer Plot, skan­dal­träch­tig und bestür­zend zugleich.

Das hat sich nie­mand aus­ge­dacht. Es geht um skan­dal­träch­ti­ge Ereig­nis­se, die tat­säch­lich statt­ge­fun­den haben!

Hier geht es aber nicht um die Ver­fil­mung einer fik­ti­ven Geschich­te, son­dern um tat­säch­li­che Bege­ben­hei­ten: die im Comic erwähn­ten mul­ti­na­tio­na­len Kon­zer­ne, Lob­by­is­ten und Wis­sen­schaft­ler gibt es tat­säch­lich. Die Lob­by­is­ten sind sogar heu­te noch aktiv! Übri­gens auch hier bei uns in Deutsch­land, wie die Recher­chen von CORRECTIV und Frontal21 bele­gen.

Eben­so wie die Ori­gi­nal-Autoren des Comics hal­te ich es daher für gebo­ten, die­se Machen­schaf­ten auf­zu­zei­gen, und dies in allen Medi­en (Print, Video, Audio) und auf allen Kanä­len (Buch, Film, Blog-Bei­trä­ge, Social Media, Pod­casts, …) zu ver­brei­ten – damit das hof­fent­lich irgend­wann ein Ende hat!

Das Mach­t­un­gleich­ge­wicht zwi­schen Kon­zern­lob­by­is­mus und Zivil­ge­sell­schaft muss besei­tigt wer­den!

Klimawandelskeptiker

Auch Joa­chim Ott (Stif­tung Euro­päi­sche Ener­gie­wen­de /​ EE Maga­zin) fand die­sen Comic toll und ent­wi­ckel­te die Idee zu einer deut­schen Ver­si­on. Die Umset­zung erfolg­te dann durch Klaus Mül­ler (Ener­gie­wen­de-Rocken) und mich. Das Ergeb­nis kann man hier bewun­dern.

An die­ser Stel­le könn­te der Bei­trag eigent­lich zu Ende sein.

Für den Fall, dass Du aber auch mal etwas über­set­zen musst, bezie­hungs­wei­se über­setzt haben möch­test (ja, ich bin käuf­lich!), fin­dest Du nach­fol­gen­de eini­ge hof­fent­lich hilf­rei­che Hin­wei­se und Erläu­te­run­gen zur Vor­ge­hens­wei­se in die­sem Pro­jekt.

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Translation first!

Die Über­set­zung des Comics habe ich kom­plett über­nom­men. Was mich dazu befä­higt? In mei­nem „frü­he­ren Leben” als Ange­stell­ter war ich zeit­wei­se in M&A‑Projekte im Zusam­men­hang mit Unter­neh­men in den USA invol­viert. Von daher wür­de ich mein Eng­lisch durch­aus als "ver­trags­si­cher in Wort und Schrift" bezeich­nen.
Zudem habe ich acht Jah­re in Süd­ost­asi­en gelebt und dort häu­fig in eng­li­scher Spra­che kom­mu­ni­ziert, teil­wei­se mit Mut­ter­sprach­lern. Ich weiß also, woher jemand kommt, wenn er aus „Oz” stammt und ken­ne – außer der Frucht – min­des­tens zwei wei­te­re Bedeu­tun­gen des Wor­tes „Kiwi”.

Fer­ner war ich vor eini­gen Mona­ten Teil des groß­ar­ti­gen Teams, wel­ches den beein­dru­cken­den Vor­trag des aus­tra­li­schen Kli­ma­wis­sen­schaft­ler Will Stef­fen für die Spä­te­re Voice-over-Syn­chro­ni­sa­ti­on über­setzt hat (hier zu sehen und zu hören). Das hat mir bei der Umset­zung des aktu­el­len Pro­jekts sehr gehol­fen.

Übersetzen

Jetzt kann es also los­ge­hen! Im ers­ten Schritt wird der zu über­set­zen­de Text in der Ori­gi­nal­spra­che (hier: eng­lisch) erfasst. Die­ser Vor­gang nennt sich „tran­skri­bie­ren”. Je nach Umfang kön­nen Scan­ner und OCR-Pro­gramm zum Ein­satz kom­men. Auf­grund des gerin­gen Umfangs und der im Ori­gi­nal ver­wen­de­ten Schrift, die erfah­rungs­ge­mäß Pro­ble­me bei der OCR-Erken­nung erwar­ten ließ, habe ich mich für eine manu­el­le Erfas­sung ent­schie­den.

In jedem Fall ist es sinn­voll, den Text dabei in ein­zel­ne Abschnit­te zu unter­tei­len.
Da der vor­lie­gen­de Comic ein­zel­ne Sze­nen dar­stellt, war die Bil­dung ent­spre­chen­der Text­blö­cke mehr oder weni­ger vor­ge­ge­ben (beim Vor­trags­pro­jekt haben wir die gezeig­ten Prä­sen­ta­ti­ons­fo­li­en und die Video-Time­codes benutzt).

Ist das erst­mal erle­digt, geht es ans eigent­li­che Über­set­zen. Hilf­reich ist hier­bei für eine ers­te Nähe­rung der deut­sche Online-Über­set­zungs­dienst DeepL.

Das ent­bin­det den Über­set­zer (also mich) aber kei­nes­falls davon, die­ses ers­te Ergeb­nis zu prü­fen und zu über­ar­bei­ten! Kein Über­set­zungs­pro­gramm ist per­fekt: Es gibt zahl­rei­che Fall­stri­cke zu beach­ten, von denen wir uns eini­ge nach­fol­gend anschau­en.

Ein Über­set­zungs­pro­gramm ist hilf­reich, ersetzt (der­zeit) aber kei­nen mensch­li­chen Über­set­zer

Begin­nen wir mit dem Kon­text, also der Fra­ge "Was genau woll­te der Autor des Ori­gi­nals mit einem bestimm­ten Satz aus­drü­cken?". Auf­grund von sti­lis­ti­schen Ele­men­ten (Sar­kas­mus, Iro­nie, Wort­spiel,  …) kann es pas­sie­ren, dass eine wört­li­che Über­set­zung sinn­ent­stel­lend wirkt.

Ein wei­te­res belieb­tes Fett­näpf­chen sind Fach­ter­mi­ni: man muss das jewei­li­ge Fach (oder die Fächer, im vor­lie­gen­den Fall: Kli­ma­wis­sen­schaft und Busi­ness Admi­nis­tra­ti­on) beherr­schen, also die Fach­be­grif­fe ken­nen. Das natür­lich in bei­den Spra­chen. Ein Anglis­tik-Stu­di­um allein hilft da nicht unbe­dingt wei­ter.

Zudem exis­tiert das wei­te Feld eng­li­scher Sprich­wör­ter. Die muss man eben­falls ken­nen, sonst droht Rat­lo­sig­keit: Eine wört­li­che Über­set­zung ergibt auch hier oft kei­nen Sinn.
In der Pra­xis ver­wen­det man ein­fach das deut­sche Pen­dant. Bei­spie­le gefäl­lig?

Mit „As thick as a brick” ist kein dicker Stein gemeint, son­dern wenn jemand "dumm wie Boh­nen­stroh" ist. In der eng­li­schen Spra­che schlägt man eben nicht „zwei Flie­gen mit einer Klap­pe”, son­dern zwei Vögel mit einem Stein („kill two birds with one stone").
Die letzt­ge­nann­te Rede­wen­dung wird übri­gens von DeepL kor­rekt über­setzt, die ers­te dage­gen wört­lich (also falsch).

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Jetzt wird es ernst!

Ist man erst­mal mit der Über­set­zung durch, geht es ans Ein­ge­mach­te: In aller Regel hat man näm­lich nun ein „Platz­pro­blem”!
Dazu muss man wis­sen, dass For­mu­lie­run­gen in deut­scher Spra­che häu­fig län­ger sind als das eng­li­sche Pen­dant. Für die­je­ni­gen, die Eng­lisch grund­le­gend beherr­schen: ver­sucht mal "The­re are doubts on cli­ma­te chan­ge sci­ence" ins Deut­sche zu über­set­zen – und zwar ohne dafür nen­nens­wert mehr Buch­sta­ben als im eng­li­schen Ori­gi­nal zu benö­ti­gen. Es ist schlicht­weg unmög­lich!

Wenn ich einen Brief über­set­ze, mag das tole­rier­bar sein: Dann wird der Brief in deut­scher Spra­che halt ein wenig län­ger.
Anders sieht es natür­lich bei vor­ge­ge­be­ner Grö­ße (bei­spiels­wei­se von Sprech­bla­sen, wie im vor­lie­gen­den Pro­jekt) oder begrenz­ter Sprech­dau­er (wie bei einer Voice-over-Syn­chro­ni­sa­ti­on) aus.
„Klei­ner schrei­ben", bezie­hungs­wei­se „schnel­ler spre­chen” funk­tio­niert nur in gewis­sen Gren­zen. Dar­über hin­aus hilft dann nur beherz­tes Kür­zen – natür­lich kei­nes­falls sinn­ent­stel­lend! Hier kommt dem Über­set­zer also eine gro­ße Ver­ant­wor­tung zu.

Das Finale: die grafische Bearbeitung

Ist der Text erst­mal über­setzt, geht es an die Bear­bei­tung der Medi­en. Hier­bei sind zwei Fäl­le zu unter­schie­den:

  • Hat man die Ori­gi­nal­da­tei­en (mit zu über­set­zen­den Tex­ten in einem sepa­ra­ten Lay­er) vor­lie­gen, ersetzt man ein­fach den Ori­gi­nal­text durch die Über­set­zung – und hofft, dass es gra­fisch "passt". Falls nicht, muss man halt Anpas­sun­gen vor­neh­men (Schrift­grö­ße, Zei­chen-/Wort­ab­stand, …).
  • Ohne Ori­gi­nal-Datei­en (wie bei unse­rem Pro­jekt), ent­fernt man im ers­ten Schritt jeg­li­che Schrift aus den vor­lie­gen­den Gra­fi­ken. Der vor­han­de­ne Text wird also mit der jewei­li­gen Hin­ter­grund­far­be „über­malt”.
    Anschlie­ßend wird die Ebe­ne mit der nun „text­lo­sen” Gra­fik fixiert und dar­über eine neue Ebe­ne für den Text ein­ge­fügt. In der soeben erstell­ten Ebe­ne erstellt man dann Text­blö­cke ent­spre­chend den zuvor erstell­ten Über­set­zungs­blö­cken. Die­se wer­den im letz­ten Arbeits­gang noch ent­spre­chend dem Bedarf for­ma­tiert.

Nach Abschluss der Arbei­ten steht einer Ver­wen­dung im Ziel­me­di­um, zum Bei­spiel auf einer Web­sei­te, nichts mehr im Wege!

Klimaleugner Klimaskeptiker: 1988

 

Nicht nur Nie­der­sach­sens Minis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) ist „sehr unzu­frie­den mit der Ent­wick­lung bei den erneu­er­ba­ren Ener­gien“: Ich bin es auch! Eben­so wie ver­mut­lich vie­le ande­re Men­schen in Deutsch­land.

Wor­an das liegt? Zum einen sind wir dazu ver­dammt, ohn­mäch­tig dabei zuzu­schau­en, wie das von Peter Alt­mai­er (CDU) geführ­te BMWi die Ener­gie­wen­de ver­schleppt. Nicht genug damit: die dezen­tra­le Ener­gie­wen­de wird durch geeig­ne­te Maß­nah­men sogar aktiv ver­hin­dert!

Da ist es nicht wei­ter ver­wun­der­lich, wenn sich dies auch in mess­ba­ren Ergeb­nis­sen nie­der­schlägt, bei­spiels­wei­se im jähr­lich neu berech­ne­ten Kli­ma­schutz-Index (KSI), der einen Ver­gleich der Kli­ma­schutz­leis­tun­gen und Fort­schrit­te ein­zel­ner Län­der ermög­licht.

Klimaschutz-Index 2020 - Gesamtergebnis

Das Doku­ment beschei­nigt Deutsch­land „unein­heit­li­chen Leis­tun­gen in allen Kate­go­rien“ und man kommt des­halb zu einer „mäßi­gen Bewer­tung“.
In dem Bericht heißt es: „Die Treib­haus­gas­emis­sio­nen und der Ener­gie­ver­brauch pro Kopf blei­ben auf einem ver­gleichs­wei­se hohen Niveau und sin­ken nicht schnell genug, um das Land auf einen Emis­si­ons­pfad zu brin­gen, der für eine Begren­zung der Erd­er­wär­mung auf deut­lich unter 2°C not­wen­dig ist.

Wei­ter heißt es im Bericht: „Als Teil des Kli­ma­pa­kets hat die deut­sche Regie­rung 2019 ein Sys­tem zur CO2-Beprei­sung für 2021, Ver­bes­se­run­gen des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs und ein Maß­nah­men­pa­ket zur Erhö­hung Erneu­er­ba­rer Ener­gien ange­kün­digt. Obwohl die Exper­tIn­nen die­se posi­ti­ven Signa­le hono­rie­ren, geben sie zu beden­ken, dass die Zie­le und vor­ge­se­he­nen Maß­nah­men noch nicht aus­rei­chen, um den not­wen­di­gen Bei­trag zu leis­ten die Erd­er­wär­mung auf deut­lich unter 2°C zu begren­zen. Die neu ange­kün­dig­ten Maß­nah­men rei­chen eben­falls nicht aus, um die Rück­schrit­te im Aus­bau der Erneu­er­ba­ren – ins­be­son­de­re bei der Wind­ener­gie im Bin­nen­land – aus­zu­glei­chen.

Klimaschutz: Keine Besserung in Sicht

Nun stammt das KSI-Doku­ment, aus dem ich zitiert habe, von Ende 2019. Ist inzwi­schen Bes­se­rung in Sicht?

Nein, das Gegen­teil ist der Fall: Der­zeit über­ho­len uns ande­re Län­der auf der gan­zen Welt  beim Kli­ma­schutz! Hier ein paar Mel­dun­gen der letz­ten Tage und Wochen:

Wohl­ge­merkt: Das sind ledig­lich eini­ge wahl­los her­aus­ge­grif­fe­ne Bei­spie­le für Umwelt- und Kli­ma­schutz­maß­nah­men, die in ver­schie­de­nen Län­dern unlängst ergrif­fen, bezie­hungs­wei­se beschlos­sen wur­den – was vor allem jene Zeit­ge­nos­sen Lügen straft, die nur all­zu ger­ne mit den Wor­ten "Ja, aber die ande­ren Län­der!" Fin­ger­poin­ting betrei­ben.

Und was macht Deutschland?

Immer­hin hat die Regie­rung es in die­sem Jahr geschafft, den 52-Giga­watt-Solar­de­ckel zu besei­ti­gen: Über einen ent­spre­chen­den Arti­kel im Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Gesetz (EEG, § 49)  ist die Höhe der Ein­spei­se­ver­gü­tung für Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen bis zu einer Anla­gen­grö­ße von 750 Kilo­watt gere­gelt. Bis­her redu­zier­te sich die­se Ver­gü­tung bei Errei­chen von 52 GW  instal­lier­ter Leis­tung auf Null.
Die Abschaf­fung des Deckels ist zwar ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Vor dem Hin­ter­grund der Sek­tor­kopp­lung ist aller­dings ein mas­si­ver Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien erfor­der­lich. Im Hin­blick auf Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen bestehen jedoch immer noch zahl­rei­che Hin­der­nis­se:

  • Der Aus­bau-Kor­ri­dor („atmen­der Deckel“) von der­zeit 2,5 GW muss auf min­des­tens 10 GW pro Jahr ange­ho­ben wer­den.
  • Damit ins­be­son­de­re auf 1-/2‑­Fa­mi­li­en-Häu­sern mög­lichst gro­ße PV-Anla­gen gebaut wer­den, muss die antei­li­ge EEG-Umla­ge auf selbst ver­brauch­ten Strom aus Anla­gen mit einer Leis­tung von mehr als zehn Kilo­watt abge­schafft wer­den. Die­se ist nach euro­päi­schen Recht ohne­hin für Anla­gen bis 30 kWp unzu­läs­sig.
  • Um den Zubau von Solar­parks zu beschleu­ni­gen, muss das jähr­li­che Aus­schrei­bungs­vo­lu­men  um ein Viel­fa­ches ange­ho­ben wer­den.
  • Um deut­lich mehr PV-Anla­gen auch auf die Dächer von Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern zu bekom­men, muss das Mie­ter­strom­ge­setz ver­ein­facht wer­den: In sei­ner jet­zi­gen Form ver­hin­dert es näm­lich den Bau von PV-Anla­gen auf Immo­bi­li­en, bei denen der damit erzeug­te Strom von meh­re­ren Par­tei­en (Woh­nungs­ei­gen­tü­mer, Mie­ter) genutzt wür­de.

Ange­sichts die­ser vie­len offe­nen Bau­stel­len drängt sich die Fra­ge auf, ob und gege­be­nen­falls wel­che kon­kre­ten Vor­stel­lun­gen die Bun­des­re­gie­rung hin­sicht­lich der Ener­gie­wen­de hat.

Der konterkarierte Ausstieg von der Kohleverstromnung

Das Jahr 2020 hat im Hin­blick auf den Koh­le­aus­stieg bereits ganz schlecht begon­nen. So wur­de gleich im Janu­ar die Inbe­trieb­nah­me von Dat­teln IV, einem neu­en Koh­le­kraft­werk, beschlos­sen.

Kraftwerk Datteln IVDas neue Kraft­werk Dat­teln IV (Bild: Maschi­nen­jun­ge via Wiki­pe­dia)

Am kom­men­den Frei­tag soll nun das Gesetz zur Redu­zie­rung und zur Been­di­gung der Koh­le­ver­stro­mung und zur Ände­rung wei­te­rer Geset­ze beschlos­sen wer­den.

Mit dem Koh­le­EIN­stiegs­ge­setz wird die För­de­rung und Ver­stro­mung von Braun­koh­le für wei­te­re 18 Jah­re fest­ge­schrie­ben!

Mit die­sem Gesetz wird – ent­ge­gen dem Geset­zes­ti­tel – ins­be­son­de­re die För­de­rung von Braun­koh­le und deren Ver­stro­mung für wei­te­re 18(!) Jah­re fest­ge­schrie­ben!
Da über­rascht es nicht wei­ter, dass das Gesetz im Volks­mund inzwi­schen Koh­le­EIN­stiegs­ge­setz genannt wird.

Das alles zeigt, dass sich an der im KSI-Bericht beschrie­be­nen Situa­ti­on wohl auch in die­sem Jahr nichts ändern wird. Scha­de eigent­lich!

Die ist der ers­te Teil einer Bei­trags­rei­he zum deut­schen Koh­le­aus­stieg.
In die­sem Bei­trag geht es um die Ent­ste­hungs­ge­schich­te und die aktu­el­le Situa­ti­on des Koh­le­aus­stiegs­ge­set­zes, ein­schließ­lich der Kri­tik dar­an. Außer­dem beleuch­tet der Arti­kel die Wirt­schaft­lich­keit von Koh­le­kraft­wer­ken und zeigt auf, wie es in der Sache wei­ter­ge­hen könn­te.

Wei­ter­le­sen

Volks­wa­gen und BMW haben zusätz­li­che staat­li­che Zuschüs­se für den Auto­kauf vor­ge­schla­gen, aus­drück­lich auch für "sau­be­re­re" Fahr­zeu­ge mit Ver­bren­nungs­mo­tor. Auch Stim­men aus der Poli­tik for­dern eine sol­che Prä­mie. Das ist jedoch der fal­sche Weg! Sinn­vol­ler ist ein Kon­junk­tur­pro­gramm für inno­va­ti­ve Mobi­li­tät.

Wei­ter­le­sen

Der Lob­by­ist und Prä­si­dent des Auto­clubs Mobil in Deutsch­land e. V., Dr. Micha­el Haber­land, möch­te wegen der Coro­na-Kri­se die deut­sche Auto­mo­bil­in­dus­trie durch acht Maß­nah­men för­dern. War­um das ein Irr­weg ist.

Wei­ter­le­sen